Der frühe Verdacht

Von Anfang an hatten Nichtmormonen Zweifel an Joseph Smiths Behauptung, ein Buch wieder entdeckt zu haben, das Abraham 2000 Jahre v. Chr. geschrieben haben soll und das dann für fast 4000 Jahre verloren gegangen war.

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Ein Mann namens William West, der die Mormonen in Kirtland besuchte,

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der sich Joseph Smiths ägyptische Schriftrollen ansah, brachte seinen Zweifel in einer Broschüre

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von 1837 zum Ausdruck:

„Ist es möglich, dass ein Bericht, der von Abraham geschrieben wurde und die wichtigsten Offenbarungen enthält, die Gott je dem Menschen gab, durch die zusammenhaltenden Israeliten gänzlich verloren gegangen und durch die ungläubigen Ägypter erhalten und von ihnen einbalsamiert und in den Katakomben bei einem ägyptischen Priester gelagert worden sein soll? Ich erlaube mir zu sagen: Nein, es ist nicht möglich! Es ist wahrscheinlicher, dass die Berichte ägyptisch sind.“

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1859 lieferte ein französischer Ägyptologe namens Theodule Deveria die erste Bewertung des Buches Abraham durch einen Gelehrten. Im Fokus der Kritik Deverias standen drei Illustrationen, die Faksimiles, die Joseph Smith von den ägyptischen Schriftrollen abkopierte und als Teil des Buches Abraham veröffentlichte.

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Unter jedem Faksimile gab Joseph seine Erklärung über die Bedeutungen ab.

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Joseph gemäß stellt Faksimile Nr. 1 einen götzendienerischen Priester dar, der dabei ist, Abraham auf einem Altar zu töten.

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Auf diese Szene wird im Text des Buches selbst besonders Bezug genommen:

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„Und es begab sich, dass die Priester mir Gewalt antaten, dass sie auch mich gleich wie jene Jungfrauen auf diesem Altare töteten; und damit ihr wisst, wie dieser Altar beschaffen war, verweise ich euch auf die Darstellung am Anfang dieses Berichts.“ (Buch Abraham, Kapitel 1, Vers 12)


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Aber Deveria bemerkte, dass etwas mit den Bildern nicht stimmte. Die sehr ähnlichen Szenen waren ihm zahlreiche Male in ägyptischen Bestattungsdokumenten untergekommen; aber Smith hatte gemäß Deveria die Figuren und Szenen vollkommen falsch identifiziert. In der Tat etikettierte Smith in Faksimile Nr. 1 die stehende Figur auf der linken Seite als einen Priester mit einem Messer in der Hand, der versucht, Abraham zu töten. In Wirklichkeit, so sagte Deveria, ist dies der ägyptische Gott Anubis, der bei der Wiedererweckung eines verstorbenen Ägypters hilft.

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Anubis wurde auch falsch eingezeichnet. Er sollte mit einem Schakalskopf abgebildet sein,

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nicht mit einem Menschenkopf.

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„Der Gott Anubis, der einen Schakalskopf haben sollte, bewirkt die Auferstehung des Osiris. Theodule Deveria, 1859.“

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Dr. Lanny D. Bell:

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„Sie würden sich als Ägyptologe niemals vorstellen können, dass der Gott, der schwarze Gott links,

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in dieser Szene je etwas anderes als einen Schakalskopf hätte; das ist einfach normal.“

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Joseph Smith hatte eine weitere Illustration im Buch Abraham erklärt, die Faksimile Nr. 3 genannt wird, wie Abraham auf Pharaos Thron sitzt und den königlichen Hof über Astronomie belehrt.

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Aber wieder sagte Deveria, dass Josephs Erklärung vollkommen falsch war.

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Faksimile Nr. 3 war ebenfalls eine Wiedergabe einer gewöhnlichen Szene aus ägyptischen Bestattungsdokumenten, die einen Verstorbenen darstellt, der in die Gegenwart des Osiris geführt wird, dem ägyptischen Gott der Unterwelt.

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„Der Verstorbene wird von Maat in die Gegenwart von Osiris geführt, dessen Name Horus ist, wie man im Gebet sehen kann, das an die Gottheiten der vier Himmelsrichtungen gerichtet ist. Theodule Deveria. 1859.“

Joseph sagte, dass die Schriftzeichen über der Hand des Mannes ihn als Shulem identifizieren.

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In Wirklichkeit liefern die Hieroglyphen seinen Namen „Horus“. Es gibt überhaupt keine Erwähnung von Shulem. Robert K. Ritner:

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„Deverias erste Analyse von Faksimile 3 ist akkurat. Es ist das Ergebnis einer Gerichtsszene, in der der verstorbene Horus in die Gegenwart von Osiris gebracht wird.“

1912 brachte Franklin S. Spalding, der Episkopalbischof von Utah,

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eine neue Runde der genauen Untersuchung des Buches Abraham auf den Tisch,

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als er 8 angesehene Gelehrte der Ägyptologie bat, die 3 Faksimiles zu bewerten. Sie waren sich einig, dass Josephs Erklärungen irrig waren.

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„Es ist schwierig, mit Joseph Smiths unterstelltem Schwindel ernsthaft umzugehen. Smith hat die Göttin Isis

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in einen König umgewandelt und Osiris

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in Abraham. A. H. Sayce, Oxford-Universität.“


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„Diese drei Faksimiles von ägyptischen Dokumenten in der Köstlichen Perle zeigen ganz gewöhnliche Objekte in der Totenkultreligion Ägyptens.

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Joseph Smiths Auslegungen

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von ihnen sind Teil einer einheitlichen Offenbarung durch Abraham, deshalb demonstrieren sie deutlich, dass er total keine Ahnung von der Bedeutung dieser Dokumente hatte und absolut unwissend über die einfachsten Fakten ägyptischer Schrift und Zivilisation war. Dr. James H. Breasted, Universität von Chicago.“


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„Der ägyptische Papyrus, den Smith als das Buch Abraham verkündete und übersetzte oder auf fantastische Weise erklärte, von dem 3 Proben in der Köstlichen Perle veröffentlicht sind, ist ein Teil des wohlbekannten Totenbuches. Und obwohl die Reproduktionen sehr schlecht sind, kann man leicht diese vertrauten Szenen erkennen. Dr. Edward Meyer, Universität von Berlin.“

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Die „New York Times“ nahm Spaldings Entdeckungen wahr und gab einen zweiseitigen Extraartikel in der Ausgabe vom 29. Dezember 1912 über das Buch Abraham heraus. Die Mormonenkirche konnte angesichts dieses Glaubens schwächenden Angriffs auf die Glaubwürdigkeit Joseph Smiths und des Buches Abraham nicht schweigen. Sie bot den Gläubigen Versicherungen in einem Artikel von 1913 in ihrem monatlichen Magazin „The Improvement Era“ an.

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Der Autor, Prof. John Henry Evans, argumentierte, dass es unfair wäre, die Glaubwürdigkeit von Josephs Buch nur durch Betrachten der reproduzierten Faksimiles zu verurteilen. Evans beharrte darauf, dass jede vernünftige Kritik den Zugriff auf die ursprünglichen Dokumente selbst erfordern würde.

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„Nun, Tatsache ist, dass die Hieroglyphen, die den Gelehrten zur Verfügung standen, nur ein Siebtel des Buches Abraham ausmachen, und das betrifft nur den Begleittext. Darum stellt sich hier die Frage: Ist man gerechtfertigt, eine Schlussfolgerung zum gesamten Manuskript aus einer Erklärung zu ziehen, die sich nur auf einen sehr kleinen Teil des Manuskripts bezieht? Bevor sie berechtigt sind zu sagen, dass das ganze Buch Abraham nicht richtig übersetzt wurde, müssten sie den ursprünglichen Papyrus oder eine Kopie davon untersuchen, von dem das Buch Abraham übersetzt wurde. John Henry Evans. Improvement Era, February 1913.“

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Aber die ursprünglichen Joseph-Smith-Papyri waren weg. Fast sicher im großen Chicagofeuer von 1871 vernichtet, oder doch nicht?

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Laut Joseph Smith hat er das Buch Abraham von einer Papyrusrolle aus dem Ägyptischen übersetzt. Als die Papyri wiedergefunden wurden, war man gespannt, ob Joseph Smith tatsächlich richtig übersetzen konnte.
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