Teil C

Die Stelle oben im Faksimile Nr. 2 (Teil C), die einen Gott im Boot darstellt, wurde offensichtlich vom Fragment des Papyrus abgezeichnet, das Dr. Nibley mit "IV. Framed ('Trinity') Papyrus" etikettiert hatte.

Unten befindet sich eine Fotokopie des Teiles C, wie er in der Zeichnung in Joseph Smith's Egyptian Alphabet and Grammar erscheint. Darunter (links) haben wir Teil C abgebildet, wie er in Times and Seasons abgedruckt wurde. Rechts daneben haben wir den Teil des "IV. Framed ('Trinity') Papyrus" abgebildet, von dem wir den Eindruck haben, dass er Teil C hinzugefügt wurde.


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In allen außer einer unserer Proben finden wir diese Stelle mit zwei Booten ausgefüllt und die eine, die nur ein Boot aufweist, hat mit Teil C des Faksimile Nr. 2 keine Ähnlichkeit.


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Im Improvement Era, Bd. 17, S. 333, erklärte R. C. Webb, dass "diese Abbildung von den Darstellungen abweicht, die wir im allgemeinen auf Hypocephali vorfinden". Nun, da wir den Beweis haben, dass Joseph Smith diesen Teil vom "Trinity"-Papyrus hinzugefügt hatte, verstehen wir, warum dieser Hypocephalus sich von anderen unterscheidet.

Der Mormonen-Ägyptologe Edward H. Ashment gibt folgenden Kommentar bezüglich dieser Sache:

„Fig. 3 fehlt in der CH-Kopie fast völlig, die kleine Spur, die wahrscheinlich den Bug eines Bootes andeuten soll. Auf jeden Fall wurde offensichtlich eine falkenköpfige Figur in einem Boot vom Papyrus Joseph Smith IV kopiert und an diese Stelle eingefügt…“ (Sunstone, Dez. 1979, S. 40)

Joseph Smith lieferte folgende Auslegung zu Teil C: "3: soll Gott darstellen, wie er auf seinem Thron sitzt, angetan mit Kraft und Vollmacht, mit einer Krone ewigen Lichts auf dem Haupt; dies stellt auch die großen Schlüsselwörter des heiligen Priestertums dar, die Adam im Garten von Eden offenbart wurden, ebenso Set, Noach, Melchisedek, Abraham und allen anderen, denen das Priestertum offenbart wurde.“ (Köstliche Perle, Seite 35)

Joseph Smith wollte uns glauben machen, dass dies eine Darstellung des Gottes Abrahams sei. Aber tatsächlich wird der ägyptische Sonnengott dargestellt. Dr. Albert M. Lythgoe, der der Leiter der Abteilung für ägyptische Kunst des Metropolitan-Museums war, gab folgende Erklärung in Bezug auf den Teil C ab: "... zum Mormonenbild von 'Gott auf Seinem Thron, die Großen Schlüsselwörter des Heiligen Priestertums andeutend, wie sie Adam im Garten Eden offenbart wurden,' warum dies ein trauriger Witz ist.

Diese Darstellung ist die gewöhnlichste auf allen ägyptischen Papyri. Es ist die Vorstellung vom 'Sonnengott in seinem Boot'. Die Mormonenversion ist dahingehend richtig, dass dies die Abbildung von einem Gott ist, aber er ist der Hauptgott eines polytheistischen Volkes, statt eines Gottes, der vom monotheistischen Abraham angebetet wurde, und Bilder von ihm befanden sich unter den am weitest verbreiteten in Ägypten.'" (The New York Times, 29. Dez. 1912)

Teil D

Unten befindet sich ein Vergleich des Teiles D, wie er im Egyptian Alphabet and Grammar (links) erscheint, mit der Art und Weise, wie er in Times and Seasons (rechts) abgedruckt wurde.


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Der Leser wird bemerken, dass ein Teil der Zeichnung, wie sie in Times and Seasons erscheint, ein Werk der Phantasie ist, denn diese Stelle fehlte in der Zeichnung im "Egyptian Alphabet". Beachten Sie, dass Joseph Smith die eine Figur als Taube rekonstruierte. Dies ist nicht richtig. Der Ägyptologe Deveria erklärte, dass sie eigentlich eine Schlange auf Beinen mit einem Phallus sein müsste und dass sie "mit Sicherheit auf dem Hypocephalus der Mormonen geändert wurde". Wenn wir Teil D mit anderen Hypocephali vergleichen, sehen wir, dass Deveria Recht hatte. An R. C. Webbs Fotographien ist am Teil D "herumgedoktert" worden, aber wir sind in der Lage gewesen, zwei akkurate Fotographien zusätzlich zu der, die in den New York Times vom 29. Dez. 1912 veröffentlicht wurde, zu erhalten.


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Joseph Smith gab zu Teil D folgende Auslegung:

„7: stellt Gott dar, wie er auf seinem Thron sitzt und durch die Himmel die großen Schlüsselwörter des Priestertums offenbart; ebenfalls das dem Abraham erteilte Zeichen des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube.“ (Köstliche Perle, S. 35)

Nach Untersuchung weiterer Hypocephali sind wir überzeugt, dass das, was Joseph Smith als "Gott" auf seinem Thron und als "das Zeichen des Heiligen Geistes" in der "Form einer Taube" hinstellt, in Wirklichkeit eine heidnische Zeichnung ist, die in ihrer Darstellung äußerst roh erscheint. Es hat den Anschein, dass die Mormonenführer versucht hatten, ihr Volk in Bezug auf diese Sache im Dunkeln zu halten, denn als sie Bilder von verschiedenen Hypocephali in dem Buch Joseph Smith as a Translator von R. C. Webb veröffentlichten, waren sie geändert, so dass sie nicht dasselbe rohe Erscheinungsbild hatten. Dieses Buch wurde von der "Deseret News Press" - ein mormonischer Verlag - 1936 gedruckt. Unten befinden sich zwei Beispiele von Teil D von akkuraten Fotographien im Vergleich mit denselben Teilen, wie sie in Webbs Buch erscheinen:



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„richtig“                         „geändert“

Wir haben den Eindruck, dass fünf von "Dr. Webbs" Bildern, die auf S. 336 dieses Buches gezeigt werden, in Bezug auf den Teil D geändert worden sind.

Die Mormonenführer mögen gefürchtet haben, dass der sitzende Gott auf Faksimile Nr. 2 ebenfalls mit einem Phallus dargestellt worden wäre, denn in moderneren Ausgaben der Köstlichen Perle ist Teil D geändert worden. Unten befindet sich eine Ablichtung des Teiles D, wie er zuerst in Times and Seasons 1842 veröffentlicht wurde, und die Art und Weise, wie er heute in der Köstlichen Perle erscheint.

Wie schon zuvor angemerkt, sind in einigen kürzlich gedruckten Ausgaben der Köstlichen Perle die Eingravierungen aus Times and Seasons benutzt worden, und es gibt ein Gerücht, dass die Kirche eventuell in allen gedruckten Ausgaben zu den ursprünglichen Eingravierungen zurückkehren will. Während Gelehrte dies umso mehr begrüßen würden, ist es offensichtlich, dass die Kirche von ihren Kritikern zur Änderung gezwungen wurde, und sogar einige ihrer eigenen Gelehrten, die durch die unrichtigen Restaurationen, die in der Köstlichen Perle erschienen sind, verwirrt sind.

Auf jeden Fall sind wir informiert worden, dass der Mormonenapostel James E. Talmage von dieser Änderung und dem Grund dafür in einigen seiner Schriften sprach; aber da uns der Zugriff zu den Manuskripten in der HLT-Kirchenbibliothek verweigert wird, sind wir nicht in der Lage, diese zu bestätigen.

Der Mormonenägyptologe Michael Dennis Rhodes gibt offen zu, dass Teil D einen ithyphallischen Gott zeigt, den man als „Min“ kennt:

„7. Ein sitzender ithyphallischer Gott mit einem Habichtsschwanz, der den göttlichen Dreschflegel hochhält. Etliche Götter mit ähnlichem Erscheinungbild findet man auf der oben erwähnten Metternich-Stele. Vor ihm befindet sich etwas, das ein Vogel irgendeiner Art zu sein scheint, der ihm ein Udjat-Auge darbietet. In den meisten anderen Hypocephali ist es eine Schlange oder ein Affe, die das Auge präsentieren, aber oft scheint diese Schlange einen Habichtskopf zu haben. Von dieser Schlange nimmt man an, dass sie Nehebka ist, ein Schlangengott und einer der Beisitzer im 125. Kapitel des Totenbuches. Nehebka wurde als Versorger für die Ernährung angesehen und als solcher wurde er oft dargestellt, wie er ein Paar Krüge oder das Udjat-Auge präsentiert, das Symbol für alle guten Gaben…

Der sitzende Gott ist deutlich eine Form des Min, der Gott der erneuerbaren, zeugungsfähigen Kräfte der Natur, vielleicht mit Horus kombiniert, wie der Habichtsschwanz scheint andeuten zu wollen.

Joseph Smith erwähnt hier den Heiligen Geist in der Form einer Taube und Gott, ‚wie er durch die Himmel die großen Schlüsselwörter des Priestertums’ offenbart. Die zeugungsfähigen Kräfte, die gewöhnlich durch die Darstellung betont werden, können für viele göttliche, zeugende Kräfte stehen, die nicht zuletzt mit den Segnungen des Priestertums in der eigenen Nachkommenschaft für alle Ewigkeit verbunden sind.“ (Brigham Young University Studies, Frühjahr 1977, S. 273)

Obwohl die Bilder in R. C. Webbs Buch zensiert wurden, liefert er eine Menge Information, die wir nicht in einem Buch erwarten würden, das von der Mormonenkirche veröffentlicht wurde:

"Unser Studium der Abbildungen, die auf dem Hypocephalus dargestellt werden, schließt mit derjenigen ab, die mit Nr. 7 bezeichnet wurde. Diese beinhaltet eine sitzende Figur, der gegenüber sich eine weitere befindet, scheinbar vogelköpfig und mit ausgestreckten Armen, als befände sie sich in Anbetung und ein heiliges Auge haltend. Eine sehr ähnliche Gruppierung erscheint auf fast allen bekannten Beispielen von Hypocephali, die von dem, was in unserem Faksimile Nr. 2 dargestellt wird, darin abweichen, dass die Figur, die das heilige Auge offeriert, in einem dünnen Körper erscheint - offensichtlich eine Schlange -, aber mit menschlichen Beinen ...

Über die sitzende Figur muss sehr viel mehr angenommen werden. Offensichtlich ist sie eine Komposition von zwei Figuren, wie der Körper eines Vogels (der Schwanz, der sich im Rücken nach unten ausdehnt) mit menschlichem Kopf, Beinen und einem Arm andeutet, der gebeugt ist und nach hinten gehalten wird und einen gekrümmten Gegenstand stützt. An diesem Zeichen erkennen wir bestimmte Merkmale von zwei verschiedenen "Göttern", nämlich Horus (mit dem Habicht-Körper) und Min, der einen Dreschflegel oder eine Peitsche über der Spitze des Mittelfingers seiner rechten Hand stützt.

...was Min betrifft, so ist es wahrscheinlich richtig zu behaupten, dass er ein auffallender 'ba' oder eine Seele war und zwar von der höchsten Art, was heißt, dass er ursprünglich anscheinend eine lokale Gottheit war und später mit der höchsten Gottheit gleichgesetzt wurde. Er erscheint zuerst als phallischer Gott der Wüstenländer und des Ackerbaus, ... In jeder Hinsicht - wie allgemein anerkannt - ist seine Bedeutung die eines Schöpfers oder "Amon-Erzeugers", dem Vater der Welten." (Joseph Smith as a Translator, S. 202-203)

Im Improvement Era machte "Dr. Webb" folgende Erläuterungen:

"Die Analyse dieser Gruppierung ist fast am interessantesten von allen auf der ganzen Scheibe. Eigentlich ist auf allen 'Hypocephali' der dieser Gruppierung entsprechende Platz mit einer sitzenden, geflügelten Person belegt, vor der im allgemeinen die phallische Schlange 'Nehebka' steht, die wie schon angedeutet wurde, das Uzat-Auge mit ausgestreckten Händen hält. Die Figur, die 'Nehebka' genannt wird, unterscheidet sich total von derjenigen, die auf der gegenwärtigen Scheibe dargestellt wird, wobei die einzige Gemeinsamkeit außer der Position darin besteht, dass das heilige Auge vor dem Gesicht der sitzenden Figur gehalten wird...

Die Gruppierung, die auf der großen Masse der Hypocephali dargestellt wird, ist offensichtlich gänzlich phallisch, wobei die sitzende Figur gewöhnlich als der zweifache Gott Horus-Min identifiziert wird, der bei bestimmten örtlichen Kulten die Ämter und Funktionen von Horus und der als Min bekannten Gottheit miteinander verbindet. Dieser letztere war Ägyptologen gemäß ursprünglich nur ein örtlicher Gott der Wüste und von Fremden im Allgemeinen. Er wird auch als eine Gottheit identifiziert, die Amsu genannt wird. In anderen oder späteren Schriften wird er als das schöpfende Prinzip der Natur oder die zeugende Kraft des Universums identifiziert, die mit phallischen Symbolen versinnbildlicht wird...

Es mögen verschiedene Meinungen darüber gestattet sein, ob die hier dargestellte Gruppierung die ursprüngliche Form ist oder ob sie nur eine Variation der üblichen Darstellungen ist, wie sie auf dem gewöhnlichen Hypocephalus gezeigt wird. Aber es gibt keinen ersichtlichen Grund dafür, von der phallischen zur nichtphallischen Darstellung zu wechseln, wenn wir nur dieses eine von der großen Masse ägyptischer Dokumente in Betracht ziehen. Andererseits gibt es einen sehr guten und auszeichnenden Grund dafür, solch eine Gruppierung in Bezug auf den phallischen Charakter zu ändern, wenn die Auslegung, die Joseph Smith lieferte, in irgendeiner Weise richtig wäre. Smith nannte diese sitzende Figur 'Gott, der auf seinem Thron sitzt', und somit Schöpfer des Universums. Der Vorstellung gemäß, die er offensichtlich hatte und vermutlich auch der ursprüngliche Entwerfer dieser Gruppe, wirkt der allmächtige Schöpfer kraft des Wortes der Macht. Für die ägyptischen Künstler ist das Symbol für schöpferische Macht das phallische Symbol. Deshalb, vielleicht wissend, dass die Gruppe Gott repräsentierte, verschönerte er sie entsprechend einer der beliebtesten ägyptischen Vorstellungen vom Anfang der Dinge. Die bekanntere Variation von dieser Gruppierung spricht stark für die Beschreibung in Smiths Überschrift." (Improvement Era, Bd. 16, S. 447)

Es ist merkwürdig, dass die Mormonenführer "Dr. Webb" erlaubten, so viel zu erzählen, und es dennoch für notwendig hielten, die geänderten Bilder in seinem Buch zu benutzen. Wahrscheinlich hatten sie das Gefühl, dass die meisten Menschen nicht verstehen würden, wovon er sprach. R. C. Webb erörterte auch Teil D im Improvement Era, Bd. 17, S. 333-334.


 

weiter

Laut Joseph Smith hat er das Buch Abraham von einer Papyrusrolle aus dem Ägyptischen übersetzt. Als die Papyri wiedergefunden wurden, war man gespannt, ob Joseph Smith tatsächlich richtig übersetzen konnte.
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