Nicht Abrahams Zeichnung

Dr. Nibleys Verteidigung der Faksimiles ist fast genauso ergreifend gewesen wie seine Arbeit in Bezug auf den „Sensen“-Text. In einem Artikel, der in den Brigham Young University Studies, Herbst 1968, S. 95 und 99, veröffentlicht wurde, bemerkt er: „Der Gelehrte muss erst noch geboren werden, der uns alles sagen kann, was über die Faksimiles bekannt ist, und bis wir wissen, dass das Spiel immer noch weiter gehen muss…

Die Faksimiles waren ursprünglich als visuelle Hilfe für ein nicht spezifiziertes Publikum beabsichtigt. Nichts Übernatürliches, Inspiriertes oder Heiliges wird von ihnen behauptet… wir können die Frage nicht beantworten ‚Was sind die Faksimiles?’ bis wir alles über sie wissen, was es zu wissen gibt.“

Manchmal scheint Dr. Nibley die Probleme zu erkennen, die mit den Faksimiles verbunden sind, und er hat versucht, ihre Bedeutung herunterzuspielen. Er geht so weit, dass er erklärte, dass die drei Faksimiles „kein wesentlicher Teil des Buches Abraham sind“. (Siehe Improvement Era, März 1968, S. 18) Der Text des Buches Abraham gibt aber Zeugnis von der Tatsache, dass Joseph Smith die Absicht hatte, die Menschen glauben zu lassen, dass Abraham selbst die Zeichnungen anfertigte. Abraham soll angeblich gesagt haben: „…damit ihr wisst, wie dieser Altar beschaffen war, verweise ich euch auf die Darstellung am Anfang dieses Berichts… Damit ihr euch einen Begriff von diesen Göttern machen könnt, habe ich euch deren Gestalt und Form in den Zeichnungen am Anfang gegeben.“ (Köstliche Perle, Buch Abraham, 1:12 und 14)

Mit diesem Beweis, der die Faksimiles an den Text bindet, konfrontiert, geht Dr. Nibley so weit, dass er vorschlägt, dass die Aussage, die Abraham zugeschrieben wird, eine Einfügung eines späteren Schreibers gewesen sein könnte:

„Und wenn uns Abraham erzählt ‚Damit ihr euch einen Begriff von diesen Göttern machen könnt, habe ich euch deren Gestalt und Form in den Zeichnungen am Anfang gegeben’, brauchen wir uns nicht vorzustellen, dass der Patriarch die Zeichnung genau der Skizzen, die wir vor uns haben, selbst anfertigte. Tatsächlich kann genau so gut die Bemerkung eine Einfügung eines späteren Schreibers sein.“ (Brigham Young University Studies, Herbst 1968, Seite 78)

Mit solch einer freizügigen Auslegung des Buches Abraham könnte ein Mormone, der an bestimmte Lehren, die in diesem Buch gelehrt werden, nicht glaubt, genauso logisch argumentieren, dass sie durch einen späteren Schreiber eingefügt wurden.

Während Dr. Nibley keine Übersetzung der Schrift liefert, die auf dem Papyrus gefunden wurden, der für Faksimile Nr. 1 benutzt wurde, schließt er J. de Horracks Übersetzung vom Buch-der-Atemzüge-Papyrus, bekannt als Louvre Papyrus Nr. 3284, in sein Buch mit ein. Wenn die Verse 66-67 dieser Übersetzung mit Klaus Baers Übersetzung der Schrift auf dem Papyrus für Faksimile Nr. 1 verglichen werden, wird es offensichtlich, dass Faksimile Nr. 1 ein Teil des heidnischen Buches der Atemzüge ist. Der Leser wird sich erinnern, dass Baer folgendes vom Joseph-Smith-Papyrus Nr. 1 liest: „…der Prophet von Amonrasonter, Prophet (?) von Min, Bulle-seiner-Mutter,…“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Herbst 1968, S. 116) In Fußnote 20 offenbart Baer, dass Amonrasonter “Amon-Re, König der Götter” bedeutet. Wenn wir diese Wörter einsetzen, würden wir lesen:

„…der Prophet von Amon-Re, König der Götter, Prophet (?) von Min, Bulle-seiner-Mutter,…“

Nun ist es äußerst interessant, zu beachten, dass Professor Nibley fast genau dieselben Wörter aus der Buch-der-Atemzüge-Übersetzung (Papyrus 3284) einbezog, die er in seinem Buch veröffentlichte:

„…der Diener (Prophet) des Gottes Amon-Re, König der Götter, Prophet von Min-Amon-Re, Bulle Seiner Mutter…“ (Message of the Joseph Smith Papyri, S. 62)

Auf jeden Fall haben wir das Gefühl, dass es nicht möglich ist, die Faksimiles vom Text des Buches Abraham abzutrennen, und dass der Text und die Faksimiles miteinander stehen oder fallen. Der Mormonenschreiber William E. Berrett prahlte: „Die Übersetzung, die von Joseph Smith angefertigt wurde, und die Faksimiles von einigen der Eingravierungen bleiben eines der größten Beiträge auf dem Feld der Religion…

Kein Prophet gab der Welt eine größere Herausforderung von seiner göttlichen Berufung als Joseph Smith mit seiner Veröffentlichung des Buches Abraham.“ (The Restored Church, Seite 144)

Diese Herausforderung ist angenommen worden und es hat sich gezeigt, dass Joseph Smith absolut keine Ahnung von der ägyptischen Sprache hatte. Seine Auslegungen des Textes wie auch der Faksimiles haben sich als unwahr erwiesen; deshalb ist es deutlich zu erkennen, dass das Buch Abraham ein unechtes Produkt ist.

 

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Laut Joseph Smith hat er das Buch Abraham von einer Papyrusrolle aus dem Ägyptischen übersetzt. Als die Papyri wiedergefunden wurden, war man gespannt, ob Joseph Smith tatsächlich richtig übersetzen konnte.
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