Drei Zeugen gegen das Buch

Im Buch Mormon finden wir folgende Aussage:

„Und durch den Mund dreier Zeugen sollen diese Dinge begründet werden;…“ (Ether 5:4)

Joseph Smiths Zeugen für das Buch Mormon waren nicht in der Wissenschaft der Ägyptologie ausgebildet und deshalb konnten sie möglicherweise gar nicht wissen, ob Joseph Smiths „Goldplatten“ echt waren oder ob er sie richtig übersetzt hatte. Richard L. Anderson gibt folgende Information über den Buch-Mormon-Zeugen John Whitmer:

„Von diesem Gipfel der Überzeugung stieg derselbe Mann innerhalb von drei Jahren in die Tiefen des Zweifels… In der Gegenwart seiner antimormonischen Freunde gab der Buch-Mormon-Zeuge zwei offenbarende Aussagen ab. Als erstes gab er zu: ‚Ich sage jetzt, dass ich diese Platten anfasste; es gab auf beiden Seiten feine Eingravierungen. Ich fasste sie an.’ Als Turley als nächstes plump fragte, warum Whitmer jetzt an dem Werk zweifelte, wies der Zeuge auf seine Unfähigkeit hin, die Schriftzeichen auf den Platten zu übersetzen: ‚Ich kann sie nicht lesen und ich weiß nicht, ob sie wahr sind oder nicht.’ Vom strengen Standpunkt der Beweisführung aus gesehen ist dieser Bericht höchst beeindruckend.“ (Investigating the Book of Mormon Witnesses, S. 130-131)

Während kein qualifizierter Übersetzer je die „Goldplatten“ des Buches Mormon untersuchte, haben wir im Fall des Buches Abraham eine andere Geschichte. Drei Männer, die eine umfassende Ausbildung in der Wissenschaft der Ägyptologie genossen hatten, haben den Text untersucht, den Joseph Smith als Grundlage für das Buch Abrahams benutzte, und verkündet, dass er in Wirklichkeit das „Buch der Atemzüge“ ist – ein heidnischer Text, der überhaupt nichts mit Abraham oder seiner Religion zu tun hat. (Eigentlich, um genauer zu sein, sollten wir sagen, dass es sich um die Anweisung für das Einbandagieren des „Buches der Atemzüge“ mit der Mumie handelt.)

Der erste Zeuge gegen das Buch Abraham ist Dr. John A. Wilson. Die New York Times, 31. August 1976, liefert folgende Information über ihn: „Dr. John A. Wilson, Professor emeritus der Ägyptologie an der University of Chicago, starb gestern… Dr. Wilson folgte 1936 Dr. James H. Breasted als Direktor des Orient-Instituts der Universität nach und hielt ein Jahrzehnt lang den Posten inne und diente später von 1960-61 wieder als Direktor.“

Obwohl Dr. Wilson keine Übersetzung des Buch-Abraham-Papyrus veröffentlichte, untersuchte er sie und wies darauf hin, dass er nur ein „Begräbnistext“ sei, der als „Buch der Atemzüge“ bekannt ist:

„Dokument D ist ein erzählter Begräbnistext der späten Zeit, das so genannte Buch der Atemzüge, in einer hieratischen Handschrift, gröber als die von Dokument B.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1968. Seite 68)

Der zweite Zeuge ist Klaus Baer. Dialogue: A Journal of Mormon Thought gibt folgende Information über ihn:

“Klaus Baer ist Mitprofessor der Ägyptologie am Orient-Institut der University of Chicago und war einer der ersten Tutoren des Professor Hugh Nibley in der Kunst des Lesens von ägyptischen Schriftzeichen.“ (Dialogue, Herbst 1968, S. 109)

Klaus Baers Übersetzung des Buch-Abraham-Papyrus erscheint auf den Seiten 119-20 derselben Ausgabe:

„Osiris soll in den Großen Teich von Khons gebracht werden – und wie Osiris Hor, gerechtfertigt, für Tikhebyt geboren, gerechtfertigt – nachdem seine Arme über sein Herz gelegt und das Atemerlaubnisschreiben (das [Isis] anfertigte und innen und außen beschrieben ist) in königlichem Leinen eingewickelt und unter seinen linken Arm in die Nähe des Herzen gelegt worden ist; der Rest der Mumienbandagen sollte darüber gewickelt werden. Der Mann, für den dieses Buch kopiert worden ist, wird für immer und ewig wie die ‚bas’ der Götter atmen.“

Der dritte Zeuge gegen das Buch Abraham ist Professor Richard A. Parker, Vorsitzender der Abteilung für Ägyptologie an der Brown-Universität. Dr. Nibley hatte eine Kopie von Richard Parkers Übersetzung des „Sensen“-Textes, bevor er in Dialogue erschien, und in einer Rede, die er am 20. Mai 1968 an der University of Utah hielt, erklärte er:

„Professor Parker hat dieses umstrittene kleine Ding übersetzt, das ‚Sensen’-Papyrus genannt wird, der kleine Teil, dessen Text einem Teil des Buches Abrahams entspricht.“

Anstatt Professor Parkers Übersetzung anzugreifen, wie wir es von ihm erwartet hätten, lobte Dr. Nibley sie:

„… hier ist Parkers Übersetzung vom ‚Sensen’-Papyrus… Parker ist der beste Mann in Amerika für diese besondere Periode und den Stil der Schrift. Und Parker gab die Zustimmung, es zu tun, und er hat es getan. Das ist schön… sie wird erhältlich sein… in der nächsten Ausgabe des Dialogue.“

Professor Richard A. Parkers Übersetzung wurde in Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1968, Seite 98 veröffentlicht und lautet folgendermaßen:

1. […….] dieser große Teich von Khonsu

2. [Osiris Hor, gerechtfertigt], für Taykhebyt geboren, einem ebensolchen Mann.

3. Nachdem (seine) beiden Arme auf seiner Brust befestigt sind, wickelt man das Buch der Atemzüge fest, das

4. auf beiden Seiten, innen und außen, beschrieben ist, in königliches Leinen und legt es (an) seinen linken Arm

5. nahe bei seinem Herzen und es sollte während seines Einbandagierens

6. außen herum geschehen. Wenn das Buch verlesen wird, dann

7. wird Er atmen, wie die Seele(n der Götter), für immer und

8. ewig.

Der Leser wird bemerken, dass diese Übersetzungen absolut keine Ähnlichkeit mit Joseph Smiths angeblicher Übersetzung desselben Textes aufweisen. Das Buch Abraham hat sich als ein unechtes Werk erwiesen. Die Ägyptologen finden keine Erwähnung Abrahams oder seiner Religion in diesem Text. Die Durchschnittliche Anzahl der Wörter, die benötigt wurde, um die Botschaft zu vermitteln beträgt nur 87, während Joseph Smiths Wiedergabe TAUSENDE WÖRTER enthielt. Die Wiedergaben von Parker und Baer stimmen im Wesentlichen überein, obwohl es einige geringe Abweichungen gibt. Einige dieser Abweichungen können ohne große Schwierigkeiten erklärt werden. Mehr Information über die Aussöhnung der geringen Differenzen in der Übersetzung dieses Textes finden Sie in unserem Case, Bd. 2, S. 160.

Während wir die Übersetzungen gründlich untersuchen, können wir deutlich sehen, dass sie im Grundsätzlichen miteinander übereinstimmen. Folglich ist es fast unmöglich, sich der Schlussfolgerung zu entziehen, dass das Buch Abraham eine falsche Übersetzung ist. Der Ägyptologe Klaus Baer machte folgende Bemerkung:

„So weit kann ein Ägyptologe beim Studium des Dokumentes gehen, das Joseph als eine ‚Schriftrolle’ ansah, das ‚die Schriften Abrahams enthielt’. Die Ägyptologen legen es unterschiedlich aus, wobei sie auf einen beträchtlichen Umfang an parallelen Daten, an Forschungsarbeit und Wissen der letzten 146 Jahre zurückgreifen können, seit Champollion als erster Ägyptisch entzifferte – nichts davon war wirklich in Amerika in den 1830ern bekannt geworden. An diesem Punkt müssen die Historiker und Theologen der Heiligen der Letzten Tage übernehmen.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Herbst 1868, S. 133)

Neben den Wiedergaben, die die Professoren Richard Parker und Baer geliefert haben, haben eine Anzahl anderer den Text übersetzt und ähnliche Ergebnisse erhalten. Sieben Jahre, nachdem die Übersetzungen veröffentlicht wurden, legte selbst Dr. Nibley Hand an, um diesen Text zu übersetzen. Seine Wiedergabe wurde in The Message of the Joseph Smith Papyri: An Egyptian Endowment, Seite 19-23, veröffentlicht:

[Zeile 1] innerhalb (des) Sees (von) Chonsu

[Zeile 2] für Taykhebyt, ebenso gerechtfertigt

[Zeile 3] nach Verschränken seiner (beiden) Arme über seiner Brust, zusammengefaltet

[Zeile 4] wie ein Buch (oder eine Rolle, WB II, 192, 16); das Buch der Atemzüge (Wb III, 419) geschrieben gemäß dem, was (siehe nächste Zeile)

[Zeile 5] in (den heiligen) Schriften (Büchern) steht, auf beiden Seiten, innen und außen, in Leinen (des) Königs gelegt, seinen linken Arm, im Bereich seines Herzens, um dies für

[Zeile 6] sein äußeres Bandagieren zu tun. Wenn jemand dieses Buch für ihn macht, dann

[Zeile 7] atmet er wie die Seelen (der) Götter für Zeit und Ewigkeit.

Obwohl Dr. Nibley schließlich seine Wiedergabe des Textes liefert, versuchte er die Veröffentlichung zu verschleiern, indem er sagte:

„Was die oft gestellte Frage betrifft ‚Sind die Joseph-Smith-Papyri übersetzt worden?’, so ist die Antwort ein nachdrückliches ‚Nein!’. Was ist denn dann das Vorangegangene? Eine mechanische Übertragung, mehr nicht… Was wir haben, ist eher eine Übertragung als eine Übersetzung des Textes und solch eine Übertragung, wie G. Santillana bemerkt ‚benötigt in keiner Weise Kenntnis’. …Die härteste Frage von allen für die Ägyptologen ist gemäß W. Schenkel, ob ägyptische Schrift außer von einem Ägypter wirklich verstanden werden kann. Gehen Sie zu einem Mann im Auto… wenn er bei Rot hält und überbringen Sie ihm diese nüchterne Botschaft: ‚Osiris soll zum Inneren des großen Teichs von Khonsu geschleppt werden’, was die erste Zeile des Joseph-Smith-Papyrus Nr. XI ist. Wenn der Mann Sie mit leerem Blick anschaut oder unheilvoll zu murren beginnt, erklären Sie ihm, dass der große See von Khonsu ‚wahrscheinlich eine liturgische Bezeichnung des Teiles des Nils ist, der überquert werden muss, um den Friedhof von Theben am Westufer zu erreichen’, und dass Khonsu oder Khons ein jugendlicher Mondgott ist. Wenn die Ampel umschaltet, mag Ihr neuer Freund seinen Weg fortsetzen und so viel über die erste Zeile unseres Buches der Atemzüge wissen, wie jeder andere auch, nämlich gar nichts. Auch wenn wir sie so korrekt und buchstäblich wie möglich anfertigten, so ist die Übersetzung im vorherigen Kapitel keine Übersetzung. Sie ist Unsinn… es gibt immer noch eine unüberbrückbare Kluft, breit und tief, zwischen der wirklichen Botschaft der Joseph-Smith-Papyri und was vorgibt, Übersetzungen davon zu sein.“ (The Message of The Joseph Smith Papyri, Seite 47 und 49)


 

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Laut Joseph Smith hat er das Buch Abraham von einer Papyrusrolle aus dem Ägyptischen übersetzt. Als die Papyri wiedergefunden wurden, war man gespannt, ob Joseph Smith tatsächlich richtig übersetzen konnte.
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